Demokratieverständnis der Kirche

Ein gläubiger Christ kandidiert für die AfD. In seiner Gemeinde verankert und engagiert, hat er dort vor Jahr und Tag versprochen, im Rahmen eines christlichen Kinderprogramms eine Kinderfreizeit an der Ostsee zu betreuen. Er hält sein Wort und unterbricht für dieses Projekt für zwei Wochen seinen Wahlkampf.

Dieser Mann war einer von vier Rednern, die am 4. September auf dem Frankenthaler Rathausplatz durch vielfältige Störmanöver mundtot gemacht werden sollten. Zunächst wurde pünktlich zum Beginn der Veranstaltung im Rücken der Redner mit viel Getöse eine Bühne abgebaut und sogar verlangt, dass wir unseren LKW wegfahren – eine Zumutung, der wir uns widersetzt haben. Die lautstarke Gruppe der Protestierer mit ihren Trillerpfeifen – nun ja, da haben wir schon Schlimmeres erlebt.

Was uns empört hat und bis heute beschäftigt, ist das penetrante Protestgeläut der Kirchenglocken während der gesamten Veranstaltung gegen die Wahrnehmung unserer Rechte, die das Grundgesetz garantiert: Meinungs-, Rede- und Versammlungsfreiheit für eine zugelassene, demokratische Partei. Christliche Werte wurden gegen Christen verteidigt, die dort am Mikrofon standen – was für eine Heldentat!

Haben Sie, liebe aufmerksame und informierte Bürger, jemals einen ähnlichen Protest vernommen, wenn Terroranschläge, Morde, Vergewaltigungen und andere Gewalttaten immer neue Opfer fordern? Wohl kaum. Da folgt reflexhaft die Mahnung, nur ja nicht zu pauschalieren und etwa den Verlust unserer Sicherheit auf Frau Merkels bevorzugte Gäste zurückzuführen. Wenn Sie allerdings zu den Gutmenschen gehören, dürfen Sie auf jede Differenzierung pfeifen – besonders wenn es um die AfD geht. Jeder Satz einer Einzelperson ist gut für einen Proteststurm gegen die ganze Partei.

Aber dieses blindwütige Diffamieren geht inzwischen vielen Bürgern zu weit und stößt sie ab. An unseren Infoständen werden wir viel öfter als früher angesprochen, befragt und als künftige Opposition im Bundestag aufgefordert, uns gegen das zerstörerische "Weiter so und noch viel mehr davon" einzusetzen.

Wenn Sie am 24. September die Wahl haben, schauen Sie zuvor nach Frankreich, das seit Monaten im Ausnahmezustand lebt. Können wir sicher sein, dass es bei uns in vier Jahren noch Wahlen gibt? Sollten Sie nicht jetzt die Chance nutzen, eine Partei im Bundestag zu installieren, in der es weder Klatschhasen noch Abnicker gibt?

Unser Land hat eine bessere Politik verdient. Das schulden wir unseren Kindern, Enkeln und allen, die uns am Herzen liegen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass wir wieder hoffnungsvoll in die Zukunft schauen können.